Auf den Spuren der Namensgeber

Geschichte

Die Starkenberger

Wie der Name schon vermuten lässt, spielt das Geschlecht der Starkenberger eine wichtige Rolle. Verbindet der Weg doch Schlösser und Burgen der einst so mächtigen wie stolzen Adelsfamilie, die über 400 Jahre eine beherrschende Rolle in Tirol einnahm. Im 12. Jahrhundert erbauten die Starkenberger ihre Stammburg bei Tarrenz. So wurde das Gebiet zwischen Ehrenberg/Fernpass und Kronburg zum Kerngebiet der starkenbergischen Macht und einer Dynastie, die mit dem Tod Wilhelms von Starkenberg 1452 erlosch.

BURGRUINEN ALT-STARKENBERG UND GEBRADSTEIN

Einst stolze Wehrburgen der Herren von Starken- berg, die im 13. und 14. Jahrhundert zu einer der mächtigsten Dynastien Tirols aufstiegen. Zerstört und dem Verfall überlassen im Zuge der Starkenberger Fehde von 1422. 
Die Burgreste liegen in einem Wald 20 Minuten nordwestlich von Tarrenz auf einem Felssporn, der Richtung Salvesenbach vorspringt über dem orografisch linken Ufer der Salvesenschlucht.
Der Weg zu der Ruine ist nicht ausgeschildert. Von der einstigen Höhenburg sind nur mehr wenige Mauertrümmer erhalten. Der etwa 45 m lange Burgplatz fällt an der südlichen Schmalseite 100 m senkrecht ab. Der Zugang von Norden war durch einen 13 m errichteten Halsgraben geschützt. 

Die Burg Alt-Starkenberg wird 1217 erstmals als Stammburg der Starkenberger in Zusammenhang mit Georg von Starkenberg erwähnt. Ihre Erbauung dürfte in die 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts fallen. Die Burg scheint 1284 und 1290 als Ausstellungsort von Urkunden auf. Aus 1328 stammt die Nachricht, dass Georg von Starkenberg für seine Brüdersöhne die Vormundschaft übernimmt und für zehn Jahre die Burg allein zugesprochen bekommt. Ein Ablassbrief von 1341 bezieht sich auf die den Heiligen Georg und Leonhard geweihte Burgkapelle von Alt-Starkenberg. Im Zuge der Starkenberger Fehde von 1422 mit Herzog Friedrich IV. ist die Burg erobert, zerstört und nicht mehr aufgebaut worden.

Nur die Burgkapelle soll die Belagerung über-standen haben. Deren reicher Reliquienschatz, gestiftet um 1341, ist erst 1447 in die Pfarrkirche von Tarrenz übertragen worden. An dieser soll die eisenbeschlagene Sakristeitür ebenfalls aus den Trümmern von Alt-Starkenberg geborgen worden sein. Auch eine Glocke mit gotischer Minuskelinschrift in der St.-Veit-Kirche des Friedhofs und Partikel des heiligen Kreuzes, die in eine 1772 gestiftete Monstranz in der Kreuzkapelle der Pfarrkirche eingearbeitet wurden, stammen von Alt-Starkenberg. Diese sollen von einem Starkenberger (eventuell 1215 Gebhard von Starkenberg) von einem Kreuzzug nach Jerusalem mitgebracht worden sein. Dafür spricht auch der Ablass für den Kreuzauffindungstag an der Burgkapelle.

Die Burgruine Gebradstein war keine eigenständige Burganlage, sondern eine zur Burg Starkenberg gehörende Wehranlage(Höhenburganlage). Sie befindet sich etwa 2,5 km nordwestlich der Gemeinde Tarrenz. Die Bezeichnung der Anlage ist von dem Taufnamen Gebhard, den die älteren Starkenberger trugen, abgeleitet.

Nach dem archäologischen Befund stammen die Mauern von Gebradstein aus dem 13. Jahrhundert. Aber erst 1521 wird Gebhardstein erstmals explizit erwähnt. Neben der Funktion als Rückzugsmöglichkeit und als Ausfallbasis, sollte Starkenberg bedroht sein, hat diese Wehranlage auch den Saumpfad überwacht, der entlang des Salvesenbaches über das Hahntennjoch und Pfafflar in das Lechtal führte. Es wird vermutet, dass diese Burg 1422 nach der Niederwerfung der Starkenberger durch Herzog Friedrich IV. eingezogen und dann dem Verfall überlassen wurde.

Einzigartige Natur und zoologische Besonderheiten

Natur

Von seltenen Skorpionen und besonderer Ökologie

DAS GURGLTAL – EINZIGARTIGER NATURRAUM

Eingekesselt zwischen den Lechtaler Alpen, der Mieminger Kette und dem Tschirgantmassiv ist dieses Tal in mehrerer Hinsicht eine Besonderheit. Das Gurgltal zählt zu den ökologisch vielfältigsten und wertvollsten Kulturlandschaften inneralpiner Talräume. Bis heute ist vor allem im östlichen Talraum die ursprüngliche kleinteilige Strukturierung erhalten geblieben. Hunderte Stadel sind Zeugnisse der traditionellen Wiesenbewirtschaftung und charakteristisch für diese Tallandschaft. Einzigartig ist die höchst wertvolle Kombination von Feucht- und Trockenlebensräumen auf engstem Raum.

Zu den seltenen Tieren, die hier einen Lebensraum gefunden haben, gehören Birkenspinner, der Nagelfleck (Aglia tau), der Schwalbenschwanz (Papilio machaon), der Aurorafalter(Anthocharis cardamines) und viele Libellenarten. Häufig und weit verbreitet sind Grasfrosch (Rana temporaria), Erdkröte (Bufo bufo) und Bergmolch(Triturus alpestris), Alpensalamander (Salamandra atra) und Gelbbauchunke (Bombina variegata).Reptilien: Ringelnatter (Natrix natrix), Blindschleiche (Anguis fragilis) und Zauneidechse(Lacerta agilis) sind häufig anzutreffen, die Waldeidechse (Lacerta vivipara) an zwei Fundorten sowie die Schlingnatter (Coronella austriaca) und die Kreuzotter (Vipera berus).

Mehr als 200 Vogelarten wurden bisher im Gurgltal und seinen Taleinhängen nachgewiesen, davon mindestens 100 Arten als zeitweilige Brutvögel. Auch der Schmetterlingsreichtum war bis vor 20 Jahren mit ca. 730 Arten sehr bemer- kenswert, nimmt aber durch Veränderungen in der Landnutzung seither dramatisch ab.

NATURSCHUTZGEBIET ANTELSBERG IM GURGLTAL

Das ca. 40 ha große Gebiet steht seit 1971 unter Naturschutz und umfasst einen 200 m breiten Geländestreifen am Südhang des Antelsberges, unmittelbar neben der Straße durch das Gurgltal. Ein wenig begangener Steig beginnt gegenüber dem Gasthaus Dollinger.

Der südexponierte, teilweise von Kleingeröll überrieselte Steilhang ist von einem lichten Rotföhrenwald bestanden. Der Wald zeigt einen artenreichen, kräuterdominierten Unterwuchs mit Trockenliebhabern wie: Blut-Storchschnabel (Geranium sanguineum), Weiße Schwalbenwurz (Cynanchum vincetoxicum), Federgras (Stipa pennata), Bunte Kronwicke (Coronilla varia) und in der Strauchschicht: Wolliger Schneeball, Berberitze und Liguster.

Der Grund für die Unterschutzstellung dieses Gebietes ist  ein Vorkommen des Alpenskorpions (auch Deutscher Skorpion, Euscorpius germanus) am sonnigen, südexponierten Steilhang des Antelsberges zwischen Tarrenz und Nassereith. Das isolierte Skorpionsvorkommen am Antelsberg gilt als „Relikt einer postglazialen (nacheiszeitlichen) Warmzeit“, als es zur Einwanderung südlicher Arten über den Reschen- oder Brennerpass gekommen ist. In späteren Kälteperioden wurden die zusammenhängenden Verbreitungsgebiete (Areale) wieder getrennt. Bis heute blieben an sehr warmen Standorten diese wärmeliebenden Lebensgemeinschaften erhalten. Dazu gehören neben Alpenskorpion auch südliche Vertreter der Spinnen, winzige Pseudoskorpione und Weberknechte. Es wurden allein122 Spinnenarten am Antelsberg nachgewiesen, einige davon sind einzigartig für Österreich! Auch die einzige mitteleuropäische Vogelspinnenart, die Tapezierspinne, lebt am Antelsberg.

DAS MOORGEBIET VON SINNESBRUNN

Die Moore von Sinnesbrunn gelten aufgrund ihrer besonders bemerkenswerten Vielfalt an Moorentwicklungsstufen und den damit verbundenen Pflanzengesellschaften als ein besonders schützenswertes Gebiet und Zeugnis der Eiszeit.

Damals reichte das Gletschereis mit einer Obergrenze von ca. 2 200 m Seehöhe bis knapp unter den Tschirgantgipfel. Ausgehend von 1 500 m ergibt das für die Terrasse von Sinnesbrunn immer noch eine Eisdicke von 700 m. Der daraus entstehende Auflagendruck kann mit ca. 700 Tonnen pro m2 berechnet werden. Das unter diesem enormen Druck fließende Gletschereis mag selbst noch keine nennenswerte Erosionsleistung erbringen. Vielmehr wirkt das an der Sohle als „Grundmoräne“ mitgeschleifte Gesteinsmaterial erodierend. Den wasserstauenden Eigenschaften dieser Grundmoräne verdanken wir die zahlreichen Quellfluren und Quellbäche und vor allem die vielfältige Moorlandschaft von Sinnesbrunn. Diese Moore entwickelten sich nach dem Gletscherrückzug aus Toteislöchern oder von der Grundmoräne abgedichteten Senken.

Brauchtum, Kultur und Gastfreundschaft

Land & Leute

IMMATERIELLES KULTUR- ERBE DER MENSCHHEIT

DIE IMSTER FASNACHT

Die ältesten bekannten Dokumente, welche sich auf die Fasnacht beziehen, sind aus den Jahren1597 und 1610. Man geht davon aus, dass das Brauchtum deutlich weiter zurückreicht – vielleicht germanisch oder heidnisch? Vermutungen dazu gibt’s, aber keine wissenschaftlichen Beweise.

Das Schemenlaufen findet etwa alle vier Jahre meist am Sonntag vor dem „Unsinnigen Donnerstag“ – dem letzten Donnerstag der Fasnacht – statt und beginnt mit der Fasnachtsmesse in den frühen Morgenstunden bis genau18 Uhr. Nach alter Tradition dürfen daran nur Männer teilnehmen, welche die zahlreichen männlichen und auch weiblichen Figuren verkörpern. Die Frauen und Freundinnen der Teilnehmer sind allerdings für die Gewänder zuständig.

Das Imster Schemenlaufen wurde 2012 in die „Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ der UNESCO aufgenommen. Das zeigt jedenfalls die Bedeutung dieses Brauchtums. Was die Fasnacht aber für einen Imster bedeutet, lässt sich wohl gar nicht ermessen und schon gar nicht beschreiben. Ähnliches gilt auch, wenn man den Sinn der Fasnacht erforschen will: Fruchtbarkeitsritus, Lärmbrauch zur Vertreibung von Dämonen, Vertreibung des Winters, ein letztes großes Fest vor Beginn der Fastenzeit? Für alles gibt es Argumente, aber keines davon ist exklusiv und wirklich stichhaltig. Nehmen wir eine Mischung von allem an und beziehen die allgemein menschliche Lust mit ein, sich zu verkleiden, jemanden nachzuahmen.

Marketingmaßnahmen:

MIT ÜNTERSTÜTZUNG VON BUND, LAND UND EUROPÄISCHER UNION

Infrastrukturmaßnahmen:

Land Tirol